Himmelskind

Heute wäre Geburtstermin gewesen. 9 Jahre. Du wärst also schon lange ein Schulkind. 3. Klasse. Ganz oft frage ich mich, wie du ausgesehen hättest, wie du riechen würdest, welche Augenfarbe du hättest, wie deine Stimmen klingen würde. Für mich warst du immer ein Junge. Und du hast einen Namen. Und du hast einen festen Platz in meinem Herzen. Und obwohl bei nur ein paar Wochen in mir warst, wird sich das nie ändern. Noch heute kommen mir die Tränen, wenn ich in Gedanken Kontakt zu dir aufnehme. Es vergeht keine Woche, in der das nicht so ist. Ganz still für mich. Mein Umfeld behellige ich damit schon lange nicht mehr. Das ist was zwischen dir und mir.

Nicht viele wissen von dir. Ich möchte dich nicht verschweigen. Aber ich schaffe es einfach nicht, von dir zu sprechen, ohne in Tränen auszubrechen. Ich trauere nach wie vor um dich. Um das, was uns nicht gegönnt war. Was ich mir habe nehmen lassen. Um das ich nicht genug gekämpft habe. Dabei denke ich oft, du wolltest dich nicht zeigen. Ich habe von deiner Existenz viel später erfahren als von der deiner 3 Geschwister. Als ob du geahnt hast, was dann geschehen würde. Und selbst, als sie dich mir nahmen, wolltest du noch bleiben und hast dafür gesorgt, dass es noch lange nicht vorbei war. Es hat nicht allzu viel gefehlt, dann wäre ich dir gefolgt.

Alles war so einfach, so schmerzlos. Da wäre der Situation nicht angemessen gewesen. Dieser 13.7.2007 war der schlimmste Tag  in meinem Leben. Ein Freitag. Es vergeht in meinem Leben kein 13. Juli mehr, ohne dass es mir sehr schlecht geht.

Seit dem habe ich unendlich viele Tränen geweint, fürchterliche Herzschmerzen gehabt. Von dir geträumt, dich mir vorgestellt. Wärst du auch so wild wie dein Bruder? Oder so verträumt wie die Mittlere? So stark wie die Große?

Ich vermisse dich. Ich hätte dich unglaublich gern kennen gelernt. Ich trage dich immer bei mir. Wenn mich jemand fragt, wie viele Kinder ich habe, sage ich immer drei. Und denke vier. Immer. Niemals hätte ich geglaubt, was so wenige Wochen bewirken können, welche Bindung entstehen kann.

Verzeih, dass ich nicht genug um dich gekämpft habe. Verzeih, dass du nicht hier bei uns sein kannst.

Herzlichen Glückwunsch, kleiner Engel. Trotz allem.

 

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