im August werde ich

den Lieblingssohn einschulen und damit den letzten Schulanfang als Mama erleben

die wieder aus Schweden mitgebrachten Borrelien bekämpfen

arbeiten gehen, wenn es irgendwie geht

lieben Besuch von einer Kurfreundin bekommen

die Wohnung entrümpeln

nach einem Haustausch für den April suchen

 

 

 

 

im Juli werde ich…

in der Hängematte liegen

Krimis lesen

mit den Kindern spielen

angeln

Blaubeeren sammeln

Köttbullar essen

Stockholm genießen

Elche suchen

Familienzeit genießen

Schweden inhalieren

campen ohne fließend Wasser und Strom

Loppis shoppen

schwedisch sprechen

entspannen

Zecken suchen

 

 

 

im Juni werde ich…

Wassermelone und Erdbeeren essen

leckere Kuchen backen

drei Wochen arbeiten

mit einer großen Fähre fahren

im Wohnwagen schlafen

in Schweden das Licht bestaunen und das Essen genießen

viel Zeit für die Familie haben, wenn die Arbeit endlich geschafft ist

lachen

Bücher lesen

Im Mai werde ich…

den Balkon bepflanzen

laufen

Radfahren

Regensburg dienstlich kennenlernen

mein geliebtes Wustrow besuchen

ins Strandkino gehen

viel arbeiten

den liebsten Mann vermissen

mein Leitbild leben

Urlaubslisten schreiben

Spargel essen

von Schweden träumen

Im April werde ich…

Frühjahrsputz machen

ins Flugzeug steigen

zehn Tage in Stockholm sein

die Familienzeit geniessen

den Geburtstag des Liebsten feiern

nach Nürnberg fahren

hoffentlich gesund bleiben

viel arbeiten

im März werde ich…

den Frühling sehen und riechen und fühlen

Fahrrad fahren

Geburtstag haben

Freunde einladen

auf den Darß fahren

viel arbeiten

Blumen kaufen, immer wieder

den Frühling in die Wohnung holen

den Haustausch im April vorbereiten – Stockholm, meine neue Liebe!

ein Buch lesen, endlich mal wieder?

Himmelskind

Heute wäre Geburtstermin gewesen. 9 Jahre. Du wärst also schon lange ein Schulkind. 3. Klasse. Ganz oft frage ich mich, wie du ausgesehen hättest, wie du riechen würdest, welche Augenfarbe du hättest, wie deine Stimmen klingen würde. Für mich warst du immer ein Junge. Und du hast einen Namen. Und du hast einen festen Platz in meinem Herzen. Und obwohl bei nur ein paar Wochen in mir warst, wird sich das nie ändern. Noch heute kommen mir die Tränen, wenn ich in Gedanken Kontakt zu dir aufnehme. Es vergeht keine Woche, in der das nicht so ist. Ganz still für mich. Mein Umfeld behellige ich damit schon lange nicht mehr. Das ist was zwischen dir und mir.

Nicht viele wissen von dir. Ich möchte dich nicht verschweigen. Aber ich schaffe es einfach nicht, von dir zu sprechen, ohne in Tränen auszubrechen. Ich trauere nach wie vor um dich. Um das, was uns nicht gegönnt war. Was ich mir habe nehmen lassen. Um das ich nicht genug gekämpft habe. Dabei denke ich oft, du wolltest dich nicht zeigen. Ich habe von deiner Existenz viel später erfahren als von der deiner 3 Geschwister. Als ob du geahnt hast, was dann geschehen würde. Und selbst, als sie dich mir nahmen, wolltest du noch bleiben und hast dafür gesorgt, dass es noch lange nicht vorbei war. Es hat nicht allzu viel gefehlt, dann wäre ich dir gefolgt.

Alles war so einfach, so schmerzlos. Da wäre der Situation nicht angemessen gewesen. Dieser 13.7.2007 war der schlimmste Tag  in meinem Leben. Ein Freitag. Es vergeht in meinem Leben kein 13. Juli mehr, ohne dass es mir sehr schlecht geht.

Seit dem habe ich unendlich viele Tränen geweint, fürchterliche Herzschmerzen gehabt. Von dir geträumt, dich mir vorgestellt. Wärst du auch so wild wie dein Bruder? Oder so verträumt wie die Mittlere? So stark wie die Große?

Ich vermisse dich. Ich hätte dich unglaublich gern kennen gelernt. Ich trage dich immer bei mir. Wenn mich jemand fragt, wie viele Kinder ich habe, sage ich immer drei. Und denke vier. Immer. Niemals hätte ich geglaubt, was so wenige Wochen bewirken können, welche Bindung entstehen kann.

Verzeih, dass ich nicht genug um dich gekämpft habe. Verzeih, dass du nicht hier bei uns sein kannst.

Herzlichen Glückwunsch, kleiner Engel. Trotz allem.